Dalila Dalléas Bouzar

 

 

Porträt Dalila Dalleas Bouzar, Goldrausch 2013

Fünf Fragen an …
Dalila Dalléas Bouzar, 39, Malerin

Dalila Dalléas Bouzar kam im Alter von zwei Jahren aus Algerien nach Paris und studierte Kunst an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-arts de Paris. Seit 2009 lebt sie in Berlin-Schöneberg; ihr Atelier befindet sich auf dem Malzfabrik-Gelände.

Womit beschäftigst du dich derzeit in deiner künstlerischen Arbeit?
Für meine Serie „Topographie de la Terreur“ male ich Gebäude in der Stadt, zum Beispiel eine Kirche aus meinem Kiez, aber auch Innenräume, wie ein Luxusappartement, das ich in einer Zeitschrift gesehen habe. Der Titel der Serie spielt mit der Möglichkeit, dass in diesen Räumen etwas Schreckliches passiert ist oder noch passieren könnte. Außerdem arbeite ich gerade wieder an meiner Porträtreihe „Taboo“ über Frauen. Das Malen von realistischen Porträts ist im Islam tabu, als Algerierin setze ich mich damit auseinander.

Wie beeinflusst das Goldrausch Künstlerinnenprojekt deinen Alltag als Künstlerin?
Bei Goldrausch gewinne ich viel Selbstvertrauen für meine künstlerische Arbeit. Allein die Tatsache, dass die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Berlin das Programm fördert, zeigt, dass Kunst an sich als Arbeit verstanden wird. Ich finde es schön, die Arbeiten, Herangehensweisen und Haltungen der anderen Künstlerinnen im Programm kennenzulernen. Ich habe viele Fragen.

Mit welcher Künstlerin würdest du gern für einen Tag tauschen?
Mit Shirin Neshat, weil ich ihre Idee von Beziehungen zwischen Männern und Frauen wahrhaftig finde. Diese Frau hat wirklich etwas verstanden. Und mit Nan Goldin, um zu erfahren wie sie arbeitet und welche Prozesse sie dabei durchläuft.

Welche Ausstellung in Berlin sollte man gerade nicht verpassen?
Ich würde generell den Hamburger Bahnhof als guten Ort zum Denken empfehlen. Anders als in Galerien, die viel schneller funktionieren, verbringe ich manchmal den ganzen Tag dort und schaue mir die unterschiedlichen Ausstellungen an. Die künstlerische Vielfalt an nur einem Ort ist interessant.

Was kosten deine Arbeiten?
Meine Bilder – Zeichnung oder Malerei – kosten zwischen 600 und 6.000 Euro.

Interview: Julia Boek
Foto: Dalila Dalléas

FacebookinstagramFacebookinstagram