Ezgi Kilinçaslan

 

 

Porträt Ezgi K?l?nçaslan, Goldrausch 2015

Fünf Fragen an …
Ezgi Kilinçaslan, Malerin, Video- und Installationskünstlerin

Ezgi Kilinçaslan, Jahrgang 1973, aufgewachsen in Istanbul, absolvierte ein Studium in Kunst und Pädagogik an der Marmara Universität Istanbul. 2005 ging sie nach Berlin und studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin. Anschließend war sie Meisterschülerin bei Katharina Sieverding. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Kreuzberg.

Womit beschäftigst du dich in deiner künstlerischen Arbeit?
In meinen Arbeiten geht es generell um Macht- und Genderfragen, aber auch um die Erfahrung von Minderheiten ständig Widerstand auszuüben – ohne dabei in die Opferrolle zu geraten. Eine aktuelle Soundinstallation mit Fotografien „noise of the soul“ beschäftigt sich mit der Fasanen-Jagd einer belgischen aristokratischen Familie, die immer noch sehr traditionell und patriarchisch abläuft. Zuerst werden die Fasanen aus den Büschen aufgescheucht und dann geschossen. Die gesamte Jagd ist von der Mode bis zum Essen streng ritualisiert. Die Arbeit zeigt, dass es das Patriarchat überall gibt – in der östlichen und der westlichen Welt.

Was möchtest du persönlich mit dem Goldrausch-Künstlerinnenprojekt erreichen?
Ich möchte mich mit anderen Künsterlerinnen austauschen, mich positionieren und professionalisieren.

Was macht heute eine gute Künstlerin aus?
Zu kämpfen!

Was möchtest du mit deiner Kunst bewirken?
Widerstand üben – auch schaffe ich durch die Arbeit Distanz zu meinen Themen und das ist manchmal ganz gesund.

Welche Ausstellung in Berlin sollte man unbedingt gesehen haben?
Keine Ausstellung. Berührt hat mich das öffentliche Gedenken am 24. April 2015 anlässlich des Genozids an den Armeniern. Vor hundert Jahren wurden an diesem Tag viele armenische Intellektuelle getötet. Auf dem Taksim-Platz in Istanbul zeigten Menschen Fotos von den Getöteten. Die Kraft und Ausdauer der ArmenierInnen beeindruckt mich sehr: Obwohl sie so viel verloren haben, haben sie niemals aufgehört, gegen das Vergessen anzukämpfen.

Interview: Julia Boek
Foto: Alp Klanten

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