Henrike Naumann

 

 

Portrait Henrike Naumann

Fünf Fragen an …
Henrike Naumann, Jahrgang 1984, Video- und Installationskünstlerin

Henrike Naumann aus Zwickau studierte Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, bevor sie 2008 an die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg wechselte und ihr Diplom in Szenografie erwarb. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin-Neukölln.

Womit beschäftigst du dich in deiner künstlerischen Arbeit?
In meinen Videos und Installationen möchte ich politische und gesellschaftliche Fragen erfahrbar machen und sie ästhetisch beantworten. Die Videoarbeit „Triangular Stories“ etwa beschäftigt sich mit der Radikalisierung des NSU im Jahr 1992 in Jena. Die inszenierten Homevideos zeigen die Jugendlichen an Orten wie dem von mir rekonstruierten Jugendzimmer von Beate Zschäpe. Die Arbeit spielt mit der Authentizität der VHS-Aufnahmen und stellt die Frage nach Unschuld und Verantwortung.

Inwieweit beeinflusst das Goldrausch-Künstlerinnenprojekt dich als Künstlerin?
Seit Goldrausch nehme ich alles was ich tue, ob Atelier-Arbeit oder Steuererklärung, als Teil meiner professionellen künstlerischen Tätigkeit wahr.

Mit welcher Künstlerin würdest du gern einen Tag lang tauschen?
Mit der Modedesignerin Rei Kawakubo des Modelabels Comme des Garçons, um zu sehen wie sie ihre Inspirationen und Ideen in Schnitte übersetzt.

Welche Orte inspirieren dich?
Un-Orte, an denen verschiedene Ästhetiken aufeinanderprallen, wie zum Beispiel die blinkende Leuchtreklame eines vietnamesischen Nagelstudios an einem Ost-Plattenbau.

Welche Ausstellung in Berlin sollte man unbedingt besuchen?
Die Gruppenausstellung Correction Lines (21.08. bis 28.09.14) mit deutschen und belgischen Künstlern, die in der Peripherie etablierter Berliner Kunstorte stattfindet. In einem Stuhl-Lagerraum der Daimler Art Collection zeige ich eine neue Arbeit, welche sich kritisch mit der Kunstförderung durch Unternehmen auseinandersetzt.

Interview: Julia Boek
Foto: Inga Selck

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