Julia Schramm

 

 

Porträt Julia Schramm, Goldrausch 2017

Fünf Fragen an …

Julia Schramm wurde 1985 in Diepholz geboren. Sie studierte Malerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin bei Antje Majewski und am Chelsea College of Arts London. Im Anschluss war sie Meisterschülerin bei Antje Majewski an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Ihre Arbeiten waren u. a. in Ausstellungen in der Bar Babette in Berlin (2011), bei team titanic in Berlin (2013), im Atelierhof Kreuzberg in Berlin (2014), im Studio Crom in Bozen (2015), in der Galerie Nord I Kunstverein Tiergarten in Berlin (2015), im Kulturpalast Wedding International in Berlin (2016) und in der Kommunalen Galerie Berlin (2016) zu sehen.

Wie kamst du zur Malerei?

Es gab nie eine andere Kunstform, die mich so begeistert hat. Noch immer gibt es diese Momente, wo ich denke: Toll, das geht auch noch. Es gibt ja diese Frage, ob die Malerei tot sei. Die würde ich ganz klar mit einem Nein beantworten. In der Malerei kann man sich so wunderbar in etwas vertiefen und hineinarbeiten.

Auf deiner Website schreibst du: „Die Körper in meiner Malerei lösen sich in malerischen Experimenten auf.“ Was sind das für Experimente?

Ich arbeite mit dem Zufall, trage Farbe zum Beispiel durch Gießen auf. Wie die Farbe dabei fließt, lässt sich nicht steuern. Oder ich lege etwas auf die Leinwand, das ich dann wieder herunternehme. Dadurch entstehen Strukturen. Solche Experimente sind ein großer Bestandteil meiner Arbeit. Auf diese Weise werde ich immer wieder beim Prozess vom Material selbst inspiriert, auch wenn ich schon Ideen für Motive habe.

Wo findest du diese Ideen für Motive?

Ich sammle Bilder, die ich irgendwo finde, benutze sie aber nicht direkt als Vorlage, sondern verinnerliche diese Gesten, Farben, Formen, Motive wie in einem inneren Archiv.

Mit welchem Konzept von Schönheit arbeitest du?

Ich finde meine Bilder schön, sonst würde ich die ja nicht so malen. Mich befremdet es eher, wenn Leute sie als unheimlich bezeichnen. Ich will ja nichts malen, vor dem es einem gruselt. Wahrscheinlich habe ich wirklich einen besonderen Begriff von Schönheit. Ich finde Schönheit im Traurigen, im Unvollkommenen und nicht Makellosen. Das bewegt mich dann dazu, Bilder zu malen, die gängigen Vorstellungen widersprechen.

Was möchtest du persönlich mit dem Goldrausch-Künstlerinnenprojekt erreichen?

Ich möchte für meine Arbeiten eine größere Öffentlichkeit und mich selber als Künstlerin besser positionieren können. Außerdem möchte ich neue Kooperationspartner finden. Das ist bereits teilweise geschehen, durch das tolle Künstlerinnenteam, das wir dieses Jahr haben.

Interview: Beate Scheder
Foto: Olja Kozlova

 

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