Juliane Henrich

 

 

Porträt Juliane Henrich, Goldrausch 2015

Fünf Fragen an …
Juliane Henrich, Jahrgang 1983, Filmemacherin

Juliane Henrich wuchs in Bielefeld auf. Sie studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Kunst und Medien an der Universität der Künste Berlin. 2012 war sie Meisterschülerin bei Thomas Arslan. Die Künstlerin lebt und arbeitet heute in Neukölln. Ihre Filme werden vom Arsenal Institut für Film und Videokunst vertrieben.

Womit beschäftigst du dich in deiner künstlerischen Arbeit?
Mit Orten, die sich verändern, umstrukturiert oder überschrieben werden. Einer meiner Filme „.spurnahme“ zeigt einen Ort in Berlin-Mitte, auf dem jetzt die Zentrale des BND gebaut wird. Früher war dort ein preußischer Exerzierplatz, zu DDR-Zeiten das „Stadion der Weltjugend“. Mich interessieren die unterschiedlichen Nutzungen desselben Ortes. Gerade arbeite ich an einem Essayfilm, der sich mit der „Idee von Westdeutschland“ und einem damit verbundenen Gefühl von Sicherheit auseinandersetzt, das für mich auch mit einer bestimmten Architektur zusammenhängt – mit Großsiedlungen einerseits und Einfamilienhäusern andererseits.

Was möchtest du persönlich mit dem Goldrausch-Künstlerinnenprojekt erreichen?
Ich möchte meinen Standpunkt im Kunstfeld ausloten und Netzwerke erweitern.

Was macht heute eine gute Künstlerin aus?
Ruhe zu bewahren und das im Blick zu behalten was einem wichtig ist – jenseits von Modeerscheinungen.

Was möchtest du mit deiner Kunst bewirken?
Einen Dialog, über Themen, die mich selbst interessieren. Hinter meinen Filmen steht oft ein politisches Interesse, Sachen herauszustellen, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind.

Welche Ausstellung in Berlin sollte man unbedingt sehen?
Ende Mai eröffnet in der Berlinischen Galerie die Ausstellung „RADIKAL MODERN-Planen und Bauen im Berlin der 1960er-Jahre“. Die Architektur der sechziger Jahre und die ideologischen Modelle dahinter finde ich interessant.

Interview: Julia Boek
Foto: Danny Avidan

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