Kati Gausmann

 

 

Porträt Kati Gausmann, Goldrausch 2013

Fünf Fragen an …
Kati Gausmann, 45, Bildhauerin

Nach ihrer Ausbildung zur Herren-Maßschneiderin studierte Kati Gausmann Bekleidungsgestaltung an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sowie Modedesign und Bildhauerei an der Kunsthochschule Weißensee. Die in Hannover Geborene kam 1991 nach Berlin und ist Gründungsmitglied der Künstlerinnengruppe msk7.

Womit beschäftigst du dich derzeit in deiner künstlerischen Arbeit?
Ein wiederkehrendes Thema meiner Kunst sind Bewegungsabfolgen. Dabei interessiert mich, wie aus Bewegung Form entsteht, etwa bei Schattenverläufen oder bei einem T-Shirt, das vom Wind bewegt wird. Gerade beschäftige ich mich mit dem Drift von Kontinentalplatten über Millionen von Jahren und überlagere zeichnerisch die Konturen von projizierten Weltkarten. Die Zeichnungen entstehen auf Papier oder auch direkt im Raum.

Wie beeinflusst das Goldrausch-Künstlerinnenprojekt deinen Alltag als Künstlerin?
Goldrausch ist ein beträchtlicher Zeitfaktor, denn ich verbringe derzeit nur anderthalb Tage pro Woche in meinem Atelier. Gut finde ich die hohe Intensität bei der Beschäftigung mit der eigenen Arbeit. Beim Anschauen meiner Skizzenbücher habe ich viele Dinge neu und klarer gesehen.

Mit welcher Künstlerin würdest du gern für einen Tag tauschen?
Mit einer Schauspielerin wie Tilda Swinton, die ihren emotionalen Erfahrungsschatz zum Spielen ihrer Figuren nutzt.

Welche Ausstellung in Berlin sollte man auf keinen Fall verpassen?
Die Ausstellung „System und Sinnlichkeit“ (noch bis 04.08.2013) im Kupferstichkabinett mit zeitgenössischen Zeichnungen aus der Sammlung der Schering Stiftung Berlin. Die Arbeiten folgen einer zeichnerischen Systematik und entfalten dabei Poesie.

Was kosten deine Arbeiten?
Meine Zeichnungen, Skulpturen, Installationen und Fotografien kosten zwischen 250 und 7.000 Euro.

Interview: Julia Boek
Foto: Michael Köser

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