Laia Ventayol

 

 

Porträt Laia Ventayol García, Goldrausch 2017

Fünf Fragen an …

Laia Ventayol wurde 1984 auf Mallorca geboren. Sie studierte Freie Kunst an der Universität Barcelona und an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Heike Baranowsky. Außerdem verbrachte sie ein Austauschjahr an der Kunstakademie Münster und an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, wo sie bei Armin Linke, Michael Clegg und Vadim Fishkin studierte. Ihre Arbeit wurde u. a. von der Regierung der Balearischen Inseln und dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unterstützt.
Sie zeigte Einzelausstellungen in der Galeria Maior Mallorca (2017), beim Festival Die Blaue Nacht in Nürnberg (2016), im Pumphaus Lauterbourg in Frankreich (2013) und im CCA Andratx auf Mallorca (2012). Desweiteren nahm sie an Gruppenausstellungen teil, u. a. im Z-Bau in Nürnberg (2016) und in der Galerie Wiensowski & Harbord in Berlin (2014).

Wie kamst du auf die Idee, bei Goldrausch mitzumachen?

Aus verschiedenen Gründen: Erstens schätze ich die Arbeit einiger ehemaliger Goldrausch-Stipendiatinnen sehr. Außerdem, in der Kunst arbeitet man viel allein, deshalb finde ich die Idee der gegenseitigen Unterstützung wichtig. Auch das Thema Frauen in der Kunst interessiert mich. Viele Frauen studieren Kunst, aber der Prozentsatz von Frauen, die danach sichtbar sind, ist niedriger.

Was glaubst du, woran das liegt?

Ich kann es nicht genau sagen, es gibt mehrere gesellschaftliche Faktoren, die eine Rolle dabei spielen.

Womit beschäftigst du dich in deiner Kunst?

Ich befasse mich mit Identität und frage mich, ob sie einen Bezug zu einer festen Form haben kann. Form und Veränderung waren immer wichtige Themen in meiner Arbeit, heute ist aber auch die Person im Mittelpunkt. In meiner letzten Performance ging es um die Form der Terrasse, die meine Eltern vor 35 Jahren gebaut haben und die bis heute fest ist. Mit dem Phänomen des Festseins habe ich mich auseinandergesetzt.

Wie kamst du auf diese Idee?

Ich arbeite mit meiner unmittelbaren Umgebung. Einmal war es das, was ich durch das Fenster meines Ateliers gesehen habe, ein anderes Mal war es die Linie, die die Insel Mallorca, von der ich komme, abgrenzt und die so klar ist, dass sie einen klaren Zugehörigkeitscharakter gibt. Ich arbeite gerne mit meiner Identität, weil ich sie mehr als andere kenne, aber trotzdem denke ich, dass das auf andere übertragbar ist.

Woran arbeitest du aktuell?

Ich plane gerade eine neue Performance in Bezug auf eine neue Form. Es geht wieder um einen Raum, in diesem Fall um die Wände, um die Position dieses Raumes. Wieder gehört er zu meiner unmittelbaren Umgebung. Es ist ein Raum in meinem Dorf, in der Mitte des Dorfes. Er ist sehr nah bei der Kirche, auch durch seine Höhe und steht für mich für das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit in einer kleinen Gesellschaft, wie die von einem Dorf.

Interview: Beate Scheder
Foto: Noriko Nagayama

 

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