Silke Schwarz

 

 

Porträt Silke Schwarz, Goldrausch 2018

Fünf Fragen an …

Silke Schwarz (geb. 1985 in Neu-Ulm) absolvierte eine Ausbildung zur Fotografin und studierte anschließend an der Universität der Künste Berlin, am Hunter College in New York und der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 2018 schloss Silke Schwarz ihr Meisterschülerstudium bei Prof. Nina Fischer an der Universität der Künste Berlin in Kunst und Medien ab. Die Künstlerin erhielt 2013 den Felix Schoeller Nachwuchsförderpreis. Ihre Arbeiten waren unter anderem bereits in der C/O Berlin Foundation, auf dem European Media Art Festival in Osnabrück und im Kunstverein Leipzig zu sehen.

Warum hast du dich bei Goldrausch beworben?

Wichtig ist mir, ein Netzwerk aufzubauen, das über den universitären Kontext hinausgeht, aber auch wirtschaftlich einiges mit an die Hand zu bekommen. Das ist essentiell, denn in der Kunst geht es nicht nur um die künstlerische Arbeit, sondern es steckt auch eine Menge wirtschaftliches Handwerk dahinter.

Was für Kunst machst du?

Ich mache hauptsächlich Video- und Audioinstallationen und Videoperformances, in denen es um Identität und Vergesellschaftung geht, um dieses Jonglieren zwischen individuellem Anliegen und gesellschaftlichen Erwartungen, zwischen kollektiven Strukturen und eigenen Wünschen.

Was kann das konkret sein?

Gerade habe ich eine Videoperformance abgeschlossen, in der es um die sogenannte „Arm-Reich-Schere“ geht. In der Arbeit performe ich selbst. Ich habe einen goldfarbenen Anzug an und schreibe mir auf den Körper: „Und kannst du davon leben?“ – eine Frage, die einem im kreativ-künstlerischen Bereich oft gestellt wird. Ich schließe damit an eine ältere Arbeit an, bei der ich 2012 im Regierungsviertel Hartz-IV-Regelsätze an den Bundestag projiziert habe.

War das eine Guerilla-Aktion?

Das kann man so sagen. Ich bin mit einem Beamer, einem Generator und einem Auto hingefahren und wusste nicht, ob es klappen wird. Verboten ist das zwar nicht, aber es handelt sich um eine rechtliche Grauzone. Ich habe diese wirklich niederschmetternden Hartz-IV-Regelsätze erst ans Paul-Löbe-Haus projiziert, wo solche Gesetze gemacht werden, und dann noch mal an den Bundestag, wo sie verabschiedet werden.

Was willst du mit deiner Kunst bewirken?

Mir geht es darum, einen neuen Blickwinkel zu ermöglichen. Gerade mit meinen gesellschaftspolitischen Arbeiten fordere ich eine direkte Auseinandersetzung des Publikums mit den Themen heraus. Auch für mich ist das ein Zugewinn. Für meine Arbeit ist die Reaktion des Publikums eine Erweiterung.

Interview: Beate Scheder
Foto: © Silke Schwarz

 

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